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Mangel im Mittelstand: 11.500 Ingenieure fehlen

VDI-Ingenieurstudie: 50 Prozent der freien F&E-Stellen nicht besetzt.
Handlungsbedarf bei Schulunterricht und Frauenintegration.
Strategische Weiterbildung als Königsweg

Dem deutschen Mittelstand fehlen derzeit 11.500 Ingenieure. Das ist die wesentliche Erkenntnis einer repräsentativen Ingenieurstudie, die der Verein Deutscher Ingenieure (VDI) Ende 2005 vorstellte. Insbesondere im Bereich Forschung und Entwicklung konnten bei erfolgreichen Unternehmen 50 Prozent der freien Stellen nicht besetzt werden. Insgesamt fehlen Deutschland derzeit 15.000 Ingenieure. "Laut unserer Untersuchung rechnen 57 Prozent der erfolgreichen Unternehmen mit weiter steigendem Ingenieurbedarf. Das zeigt zum einen, dass wir eine Herkules-Aufgabe vor uns haben, die große Anzahl an qualifizierten Ingenieuren zu beschaffen. Zum anderen zeigt es, welche Chancen sich jungen Menschen bieten, die ein solches Studium ergreifen", erläuterte VDI-Direktor Dr. Willi Fuchs.

Deckung des Ingenieurmangels zur Zeit nicht möglich

Trotz einer auch beträchtlichen Anzahl arbeitsloser Ingenieure können viele Unternehmen die gesuchten Stellen nicht besetzen. Dies liegt an den mangelnden Branchenkenntnissen, den zu geringen Qualifikationen und der fehlenden Berufserfahrung. Besonders schwierig gestaltet sich die Besetzung der gesuchten Stellen in Forschung & Entwicklung: Die Hälfte der erfolgreichen Unternehmen findet keine passenden Bewerber. "Hier müssen wir uns verbessern. Aus Forschung entstehen Innovationen, Innovationen führen zu Wachstum" so Fuchs. Vor dem Hintergrund der Bevölkerungsentwicklung sei es unwahrscheinlich, dass der Ingenieurmangel in absehbarer Zeit gemildert werden könne. "Erstens muss Technikunterricht in Schulen eingeführt werden wie in Frankreich oder England, um Kindern und Jugendlichen so früh wie möglich die Faszination Technik näher zu bringen. Zweitens müssen Frauen viel wirksamer in den Ingenieurberuf geführt werden. Die heutige Frauenquote von nur zehn Prozent ist viel zu gering und inakzeptabel”, so forderte Fuchs Politik und Wirtschaft zum Handeln auf.

Bindung über Weiterbildung immer wichtiger

Vor dem Hintergrund des knappen Angebots auf dem Arbeitsmarkt wird die Bindung der beschäftigten Ingenieure für Unternehmen immer wichtiger. “Das ist eine ganz neue Situation auf dem Arbeitsmarkt, die viele Arbeitgeber noch gar nicht realisiert haben“, interpretierte Joachim Neuerburg, Geschäftsführer VDI Wissensforum IWB GmbH, die Ergebnisse der Studie. “Verliere ich heute einen hoch qualifizierten Ingenieur, kann ich vor der schwierigen Arbeitsmarktsituation wohl so schnell keinen Ersatz finden. Also muss ich meine Mitarbeiter an mich binden.“ Laut VDI-Ingenieurstudie sind für angestellte Ingenieure in KMU, wo der Ingenieurmangel am stärksten ausgeprägt ist, besonders drei Faktoren wichtig: Das Führungsverhalten der Vorgesetzten (19%), Werte und Ziele des Unternehmens (18%) und Personalentwicklung (16%). Die Bezahlung folgt erst an sechster Stelle. "Sowohl Führungsverhalten als auch Personalentwicklung können über Weiterbildung systematisch geschaffen und gepflegt werden.

Friedhelm Denkeler, 02.01.2006, Quelle: Presseerklärung des VDI

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< Die VDI-Ingenieurstudie finden
   Sie als Download unter www.vdi.
   de/vdi-ingenieurstudie-2005

 

 

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