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Flexibilität macht schlau

Unternehmen wünschen eine bessere betriebsspezifische
Ausrichtung  der Weiterbildung

Es besteht ein gesellschaftlicher Konsens lebenslanges Lernen stärker im Bewusstsein von Arbeitnehmern und Betrieben zu verankern. Die Weiterbildung ihrer Mitarbeiter bringt für die Unternehmen echte Wettbewerbsvorteile mit sich, kostet aber wertvolle Zeit und erfordert daher, wenn nicht längere, so doch flexiblere Arbeitszeiten. Dies geht aus der repräsentativen Befragung von 932 Unternehmen hervor, die das Institut der deutschen Wirtschaft Köln (IW) im Herbst 2002 durchgeführt hat. Danach sind mehr als 80 Prozent der Firmen davon überzeugt, dass die Qualifizierung ihres Personals für das Wohl des Betriebes wichtig ist. In drei Viertel der Unternehmen haben denn auch die Beschäftigten im Jahr 2001 oder 2002 an vom Arbeitgeber angebotenen oder geförderten Schulungsmaßnahmen teilgenommen.

Dass die Unternehmen nicht ein noch dickeres Weiterbildungspaket schnüren, liegt nicht zuletzt am Zeitmangel. So halten 56 Prozent der vom IW befragten Firmen den Arbeitszeitrahmen für zu eng, um darin auch noch Weiterbildungsangebote unterzubringen. Folglich bekunden neun von zehn Unternehmen, es würde mehr für die Qualifizierung der Beschäftigten getan, wenn die  Geschäftsabläufe ungestört blieben. Zudem sind 82 Prozent der Befragten der Meinung, die Mitarbeiter sollten für den Erwerb neuer Kenntnisse und Fertigkeiten einen Teil ihrer Freizeit aufwenden. Mehr als ein Drittel der Betriebe verspricht sich von längeren Arbeitszeiten Impulse für die betriebliche und berufliche Weiterbildung. Diesem Ziel dienen aber auch weiter flexibilisierte Arbeitszeiten: 57 Prozent aller Betriebe und sogar 80 Prozent der großen Firmen vertreten die Ansicht, dass Jahresarbeitszeitkonten künftig dazu beitragen, die Fortbildung zu fördern.

Bei den Weiterbildungshemmnissen hat sich gezeigt, dass externe Weiterbildungsangebote oft als nicht ausreichend betriebsspezifisch empfunden werden. 83 Prozent der Unternehmen würden es begrüßen, wenn die Weiterbildungsangebote grundsätzlich besser auf den betrieblichen Bedarf ausgerichtet wären. Der Aufbau von QM-Systemen nach ISO 9001 und die Weiterentwicklung in Richtung Total Quality Management (TQM) bieten hervorragende Möglichkeiten dies umzusetzen. In klein- und mittelständischen Betrieben sind dafür häufig weder entsprechende Personalresourcen, noch adäquate Ausbildungen vorhanden und es liegen keine oder nur geringe Erfahrungen vor. Die Einstellung von erfahrenen Fachleuten ist meistens zu teuer. Hier bietet sich die externe Unterstützung durch professionelle Qualitätsfachingenieure und Organisationsentwickler mit entsprechendem Know-How an. Neben einer Grundlagenschulung erfolgt die hauptsächliche Schulung durch Learning-by-doing.

Friedhelm Denkeler, 10.08.2003, Quelle: Institut der deutschen Wirtschaft (IW), Köln.

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Weiterbildungshemmnisse
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Die Befragung fand im Rahmen des Projektes "Investive Arbeitszeitpolitik“ statt. Dabei handelt es sich um einen innovativen arbeitsmarktpolitischen Ansatz der Benchmarking-Gruppe beim Bündnis für Arbeit. Im Kern geht es darum, Arbeits- und Freizeit umzuwidmen und für bestimmte Elemente der beruflichen Weiterbildung zu reservieren. Ziel ist es, die Institutionalisierung des "lebenslangen Lernens“ durch eine moderne Arbeitszeitpolitik zu flankieren.

 

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