Weltweit einheitliches Qualitätsmanagement für Zulieferer in der Automobilindustrie
Spezifikation ISO/TS 16949:2002 "Qualitätsmanagementsysteme - Besondere Anforderungen bei Anwendung von ISO 9001:2000 für die Serien- und Ersatzteil-Produktion in der Automobilindustrie"
Mit der Veröffentlichung der ISO/TS 16949:2002 geht die Automobilbranche einen weiteren, großen Schritt in Richtung Automotive Excellence. Unterschiedliche Qualitätsnormen (QS-9000, VDA 6.1, EAQF und AVSQ) wurden in der "ISO/TS 16949:2002" vereinheitlicht. Alle europäischen und amerikanischen Automobilhersteller erkennen die neue Fassung als Standard an. Zum ersten Mal in ihrer Geschichte hat die stark wettbewerbsorientierte Automobilindustrie einen Konsens über einheitliche Qualitätsanforderungen an ihre Lieferbetriebe erzielt. Die Spezifikation wird ab 15.12.2003 für alle Hersteller und Zulieferer der Automobilindustrie verbindlich sein.
Bis Ende 2006 werden weltweit 80% Personen- und Lastkraftwagen Bauteile oder Komponenten enthalten, die nach einem neuen, auf ISO 9001:2000 basierenden Qualitätsmanagementsystem entwickelt, gefertigt und vertrieben werden. So werden mehr als 30 000 Zulieferfirmen von der neuen Qualitätsoffensive erfaßt, darunter Betriebe in Argentinien, Australien, Brasilien, China, Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Indien, Italien, Japan, Korea, Mexiko, Österreich, Spanien und den Vereinigten Staaten. In erster Linie sind es die Direktzulieferer von BMW, DaimlerChrysler, Fiat, Ford Motor Company, General Motors Corporation, PSA Peugeot Citroën, Renault und Volkswagen, die von der Umstellung auf ISO/TS 16949:2002 betroffen werden.
Die ISO/TS 16949:2002 basiert auf der ISO 9001:2000. Der Wortlaut der ISO 9001:2000 ist eingerahmt in der Spezifikation enthalten. Die automobilspezifischen Forderungen sind außerhalb dieses Rahmens dargestellt. Dazu gehören u.a. ein prozeßorientiertes QM-System, Forderungen bezüglich "Vorlaufzeiten", eine Analyse von Ausfällen in der Gebrauchsphase, klare Vorgaben beim Wechsel einer Zertifizierungsgesellschaft, ein Prozeßaudit für den Produktentstehungsprozeß, die Forderung eines Produktionslenkungsplans für Prozesse zur Herstellung von Produktionsmaterial und die Festlegung des "Dezertifizierungsprozesses" (Verlust des Zertifikats). Der Vertrag zwischen Zertifizierungsgesellschaft und ihrem Kunden muß jetzt einen Passus enthalten, der jederzeit die Hinzuziehung eines Witness-Auditors der IATF (International Automotive Task Force) ermöglicht. Bei jeder Ausstellung eines ISO/TS 16949:2002 Zertifikats muß jetzt eine bei der IATF registrierte Zertifikat-Nummer hinzugefügt werden.
Friedhelm Denkeler, 02.05.2003
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