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Ludwig-Erhard-Preis dieses Jahr nicht vergeben

Drei Finalisten erhielten Auszeichnungen für Spitzenleistungen im Wettbewerb

Die Überraschung war perfekt: Nachdem Hans-Olaf Henkel von den 13 Bewerbern um den diesjährigen Ludwig-­Erhard-Preis den drei Finalisten die Urkunden für eine Auszeichnung überreicht hatte, erwarteten die geladenen Gäste der feierlichen Veranstaltung am 19.11.2001 im Ludwig-Erhard-Haus in Berlin nun die Bekanntgabe des Siegers. Aber der Preis wurde von der Jury nicht vergeben, da keiner der angetretenen Bewerber das für den Preis erforderliche Niveau erreicht hatte. Die erreichten Punkte wurden zwar nicht genannt, dürften aber in der Größenordnung von 500 (von 1000 möglichen) Punkten gelegen haben. Qualitätspreisgewinner nach dem EFQM-Modell erreichen um die 750 Punkte.

Die Finalisten des Ludwig-Erhard-Preises 2001 sind (in alphabetischer Reihenfolge):

  • OBI Heimwerkermarkt GmbH & Co. KG  Leipzig, Filiale Finsterwalde
  • Philips Semiconductors, Diskrete Halbleiter Hamburg
  • TQU Steinbeis-Transferzentren Qualität im Unternehmen, Ulm

Der Ludwig-Erhard-Preis stellt als Auszeichnung für Spitzenleistungen außerordentlich hohe Anforderungen an den Sieger. Werden diese von keinem der Bewerber erfüllt, wäre es entwertend, den Besten der Finalisten als Sieger zu benennen. Die Jury hat durch die konsequente Haltung, in diesem Jahr keinen Sieger zu küren, das hohe Image des Preises gewahrt.

Spitzenleistungen deutscher Unternehmen und Organisationen im internationalen Wettbewerb zu fördern, ist das Ziel des Ludwig-Erhard-Preises. Inzwischen ist auch nachgewiesen, daß die konsequente Umsetzung des Excellence-Gedankens, orientiert am EFQM-Modell, zur nachhaltigen Verbesserung der Organisation führt. Die Initiative Ludwig-Erhard-Preis wird die Anstrengungen forcieren, Unternehmen und Organisationen zu überzeugen, sich dem Vergleich im Wettbewerb zu stellen, damit sie ihre eigenen Leistungen verbessern und anderen Vorbild sind. In diesem Sinne formuliert Henkel seinen Appell: "Ich wünsche mir, daß sich 2002 möglichst viele Organisationen am Ludwig-Erhard-Preis beteiligen, aus ganz eigennützigem Interesse: um ihren Profit zu mehren".

European Quality Awards (EQA) 2001 ohne deutsche Unternehmen

Auch bei der Verleihung der Europäischen Qualitätspreise liegen deutsche Unternehmen nicht an der Spitze. Den European Quality Award erhielten am 11. Oktober 2001 in Luzern, Schweiz:

  • Kategorie "Öffentliche Verwaltung": St Mary's College, Nord-Irland
  • Kategorie "Unabhängige KMU": Zahnarztpraxis Niederdorf, Schweiz
  • In der Kategorie "Großunternehmen und Operational Units" wurde ähnlich wie beim deutschen Qualitätspreis kein Award vergeben.
  • Auszeichnungen erhielten: Großunternehmen und Operational Units: DHL Logistik Portugal, Westel Mobile Telecommunications Co. Ltd., KMU als Tochterunternehmen: Siemens Tele Industry SA (Griechenland), Unabhängige KMU: Maxi SA Coco-mat (Griechenland),  Quality Management Services AG.

Der Vorsitzende der Jury des EQA, John Condron, kommentierte das Ergebnis, in dem sich die aktuellen Schwierigkeiten europäischer Unternehmen in turbulenten Zeiten widerspiegeln: Viele der Finalisten kommen aus der Halbleiter- und Softwarebranche, die sich zur Zeit im Würgegriff eines zyklischen Abwärtstrends der Wirtschaft befindet. Andere Finalisten operieren in Wirtschaftszweigen, in denen das Klima ebenfalls feindselig geworden ist. Obwohl die Anstrengungen um kontinuierliche Verbesserungsprozesse auf dem Weg zu Excellence bei den Finalisten erkennbar waren, entsprach kein Unternehmen den strengen Bewertungskriterien des European Quality Award insgesamt.

Friedhelm Denkeler, 20.11.2001

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