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Deutschland geht der Ingenieurnachwuchs aus

In der Industrie fehlen Ingenieure und Qualitätsmanager.

Externe, erfahrene Qualitätsfachingenieure bieten die Zusammenarbeit auf Zeit an. Nur 3,2% eines Abschlusslehrganges werden Ingenieure.

Seit Mitte der 90-Jahre herrscht in Deutschland ein Mangel an Fachkräften und Ingenieuren. Der Verein Deutscher Ingenieure (VDI) schätzt die Zahl der fehlenden Ingenieure auf 50 000. Die Industrie ist daran allerdings nicht ganz unschuldig.  Beim Abschwung werden oft Mitarbeiter entlassen, hinzu kommen die vorzeitigen Pensionierungen. Mitarbeiter über 50 Jahre wurden nicht mehr beschäftigt und die befinden sich nun unter den 30 000 arbeitslosen Ingenieuren. Zu den Kernaufgaben eines Unternehmens gehört eine langfristige Personalentwicklung, so dass auch in Aufschwungphasen qualifizierte Mitarbeiter vorhanden sind. Aufgrund dieser Situation sind die Studentenzahlen der Ingenieursberufe in den letzten Jahren um 30%  zurückgegangen. Nun besteht die Gefahr, dass Technologien wegen der fehlenden Fachkräfte in andere Länder abwandern.

Auch der Bedarf an Qualitätsmanagern wächst. Aber hier fehlen ebenso qualifizierte Ingenieure. "Acht von zehn Unternehmen rechnen in den nächsten fünf bis zehn Jahren mit massiven Nachwuchsproblemen" so Rolf Henning, Sprecher der Deutschen Gesellschaft für Qualität (DGQ). Einige Hochschulen bieten neben dem Hochschulabschluss durch Belegung entsprechender Kurse zusätzlich die Qualifikation zum Qualitätsmanager an. Da Qualitätsmanagement branchenunabhängig ist, sollte es in allen Studiengängen als Wahlfach angeboten werden. Die meisten Qualitätsmanager bilden sich jedoch erst nach dem Studium weiter, so zum Beispiel bei der DGQ oder an der Technischen Fachhochschule Berlin (TFH). An der TFH ist die Ausbildung auch als Fernstudium möglich. "Wer neben seiner fachlichen Qualifikation auch im QM-Bereich qualifiziert ist, hat bessere Chancen auf dem Arbeitsmarkt", so Hagen Gleisner, Leiter der Nordwestdeutschen Akademie für wissenschaftlich-technische Weiterbildung an der Fachhochschule Osnabrück.

Qualitätsmanagement ist neben den klassischen Branchen Automotive, Maschinenbau, Chemie, Optik vor allem in der Luft- und Raumfahrt, bei Schienenfahrzeugen und in der Lebensmittelindustrie gefragt. Verstärkt kommen jetzt der Dienstleistungssektor, die Ingenieurbüros und das Gesundheitswesen hinzu. Als Folge der Anwendung von Qualitätsmanagement in der Lebensmittelindustrie kommt auf die Verpackungshersteller die Forderung nach einem Qualitätsmanagementsystem, dass auch die HACCP-Forderungen erfüllt, hinzu. Das ist ohne qualifizierte und erfahrene Qualitätsfachingenieure nicht möglich. Ist dieses Know How in klein- und mittelständischen Unternehmen nicht vorhanden, bietet sich die Zusammenarbeit auf Zeit mit externen Qualitätsfachingenieuren an. Dadurch werden vorhandene Mitarbeiter durch die "Inhouse-Schulungen" und das "Learning-by-doing" geschult.

Deutschland ist zur Zeit nicht in der Lage, die aktuelle Ingenieurgeneration über 55 Jahre durch junge Absolventen zu ersetzten. Auf 100 Ingenieure in der Altersgruppe von 55 bis 64 Jahren kommen nur 90 Graduierte in der Altersgruppe von 25 bis 34 Jahren. Die OECD-Vergleichsländer erreichen im Schnitt auf 100 ältere Ingenieure  190 Berufsanfänger. In Deutschland werden 3,2% eines Abschlussjahrgangs Ingenieure, im OECD-Durchschnitt sind es 4,4% und in Japan 7,3%. VDI-Direktor Willi Fuchs sagt dazu: "Wir wollen das Interesse an Technik bei den Schülerinnen und Schülern wecken. Nur wenn wir frühzeitig die Jugend für Technik begeistern, können wir den Ingenieurmangel nachhaltig beheben." Der VDI arbeitet mit rund 100 Partnern in der Initiative "Sachen machen" zusammen. Die Initiative wirbt beim Nachwuchs für technische Berufe.

Friedhelm Denkeler, 23.10.2007.

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< Zum Thema ‘QM auf Zeit’ siehe
   Artikel ‘Qualitätsmanagement
   als Dienstleistung’.

 

Die Qualität der Unternehmensprozesse wird niemals die Qualität der Geschäftsleitung übertreffen

Zoom Grafik © Friedhelm Denkeler 2004

 

 

Quellen:

"Financial Times Deutschland",
27.09.2009,

“VDI-Nachrichten”,
21.09.2007 und 28.09.2007,

“Deutschlandfunk”, 27.07.2007, “Grenzen für  Fachkräfte - Arbeitsmigration in der Diskussion",

“DIE ZEIT online”, 23.10.2007

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