Eine Million Unternehmen nach ISO 9001 zertifiziert.
Die Norm hat sich zum weltweit akzeptierten Standard entwickelt.
Sie liegt seit Dezember 2008 in einer aktualisierten Fassung vor.
Die Financial Times Deutschland ehrte im letzten Jahr die Managementnorm ISO 9001 anlässlich ihres 20. Geburtstags als “Urkunde der Globalisierung”. Keine andere Norm ist von den 17 000 Normen der “Internationalen Organisation für Normung (ISO)” weltweit so bekannt wie die ISO 9001. Inzwischen weisen weltweit eine Million Unternehmen und Organisationen in 175 Ländern das Zertifikat nach ISO 9001 auf, davon über 45 000 in Deutschland. China steht mit über 200 000 Zertifikaten an der Spitze. Auch in Europa haben sich seit 1995 die Zertifikate versiebenfacht.
Die ISO 9001 legt einheitliche Definitionen von Qualität fest und macht das Qualitätsmanagement verschiedenster Firmen vergleichbar. Unternehmen, die sich nach ISO 9001 zertifizieren lassen, zeigen damit, dass sie bestimmte Standards des Q-Managements einhalten. Q-Management im Sinne der Norm heißt: Was tut das Unternehmen, um die Anforderungen des Kunden zu erfüllen, dabei gesetzlichen Regeln zu entsprechen, die Kundenzufriedenheit zu erhöhen und eine kontinuierliche Verbesserung der betrieblichen Abläufe zu gewährleisten? Sowohl die Qualität des Endproduktes als auch das möglichst reibungslose Ineinandergreifen der vielen Rädchen, die sich in einem Unternehmen auf den verschiedensten Ebenen drehen, stehen also im Mittelpunkt der Norm.
Die ständige Verbesserung eines Unternehmens ist eine der acht Grundsätze der Norm. Das trifft auch für die Norm selber zu. Sie wurde gerade überarbeitet und liegt jetzt in der Ausgabe DIN EN ISO 9001:2008 seit dem Dezember 2008 vor. Einzelne Begriffe und Erläuterungen wurden präzisiert. Das Grundgerüst der Norm aber blieb erhalten – kein Wunder, bei solch einer Erfolgsgeschichte.
Die ISO führt selbst keine Zertifizierungen durch und stellt keine Zertifikate aus. Sie führt lediglich seit 14 Jahren eine Übersicht über die erteilten Zertifikate. Die ISO sammelt die Daten der verschiedenen Organisationen und ist allein auf deren Angaben angewiesen, mit den entsprechenden Unsicherheiten. Hinzu kommt, dass insbesondere multinationale Firmen ihr Zertifikatswesen rationalisiert haben. Es erfolgte eine Umstellung von Mehrfach-Zertifikaten auf ein sektorspezifisches Zertifikat. Außerdem gibt es insbesondere in der Industrie die Entwicklung zu höherwertigen Managementsystemen, z.B. in der Automobilindustrie nach ISO/TS 16949. Dieses verringert die Zahl der "reinen" Zertifikate nach ISO 9001, führt aber gleichzeitig bei Lieferanten wieder zu mehr Zertifikaten.
In ähnlichem Maße bestätigt die Umweltnorm ISO 14001 ihre Bedeutung für Unternehmen. In 148 Ländern wurden bis Ende Dezember 2007 154 572 Zertifikate nach ISO 14001 ausgestellt (davon in Deutschland 4 877). Das Wachstum an ISO/TS 16949-Zertifikaten in der Automobilindustrie zeigt die Bedeutung der ISO 9001 als einheitliche Basis für Qualitätsanforderungen und für die Auswahl von Zulieferern. Bis Ende letzten Jahres wurden in 81 Ländern insgesamt 35 198 Zertifikate nach ISO/TS 16949 ausgestellt (davon in Deutschland 2 763 Zertifikate).
Alle Zahlen geben aber keine Auskunft über die Anzahl der implementierten Management- systeme in Unternehmen. Selbstverständlich arbeiten und profitieren Unternehmen von Managementphilosophien (ISO 9001, Total Quality Management, EFQM- Modell) auch ohne ein entsprechendes Zertifikat.
Friedhelm Denkeler, 21.12.2008, Quelle: ISO
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