"Excellence Barometer 2003" zur Lage der Wirtschaft und Unternehmen
Manager lassen Kritikfähigkeit bei der Beurteilung der eigenen Firma vermissen
Bei der gleichzeitigen Befragung von 1.066 Firmenchefs, Vorständen und Geschäftsführern für das "Excellence Barometer 2003", laut Forum-Geschäftsführer Roman Becker "ein bislang einzigartiges Stimmungsbild über die deutsche Firmenlandschaft", fällt die unzureichende Kritikfähigkeit der Unternehmenslenker in Bezug auf die Einschätzung der wirtschaftlichen Lage des eigenen Unternehmens auf. Während 53 Prozent der Befragten die Lage der eigenen Branche als schlecht bewerten, sagen dies über die Situation ihres eigenen Unternehmens nur ganze sechs Prozent. Dieses überraschend hoch ausgeprägte Selbstbewußtseins setzt sich bei der Beurteilung der Bonität und Liquidität sowie des Cash-flow und der Produktivität durch die Manager fort. Durchgängig schätzen sie mehrheitlich bei jeder Kennziffer ihre Firma im Vergleich mit einem durchschnittlichen Konkurrenzbetrieb weitaus besser ein. Am stärksten fällt dies bei der Beurteilung der Bonität auf, wo insgesamt 70 Prozent ihr Unternehmen besser (40 Prozent) oder sogar viel besser (30 Prozent) als der Wettbewerb sehen.
Führungskompetenz und Mitarbeiter-Orientierung sind die wichtigsten Erfolgskriterien
Nach den Ergebnissen der ExBa-Studie unterscheiden sich erfolgreiche und weniger erfolgreiche Unternehmein vor allem in der Qualität der Führungskompetenz und Mitarbeiter-Orientierung. Auffällig ist, daß deutsche Manager ihre Stärken insbesondere in der fachlich-technischen Qualifikation haben, während sie bei der kaufmännischen und sozialen Kompetenz schlechter abschneiden. Gerade in diesen wirtschaftlich schwierigen Zeiten erweist sich aber ein kaufmännisch kompetentes Management mit dem notwendigen Gespür für die Sorgen der Mitarbeiter als ein entscheidender Faktor für den Unternehmenserfolg. Für den DGQ-Präsidenten Jürgen Varwig "agieren manche Führungskräfte zu autistisch und zu selbstgefällig". Zudem haben der ExBa-Studie zufolge konsequent auf Mitarbeiter-Orientierung ausgerichtete Unternehmen insgesamt weit bessere Erfolgsaussichten. So haben eigenverantwortlich arbeitende Mitarbeiter, eine offene Informationskultur und die gemeinsame Zielerarbeitung wesentlichen Anteil am Erfolg erfolgreicher Firmen.
49 Prozent der Deutschen sehen sinkenden Stellenwert deutscher Produkte
Waren aus deutscher Produktion haben in den letzten Jahren einen dramatischen Ansehensverlust erlitten. Das belegt die Studie "Excellence Barometer 2003" (ExBa), die von der Deutschen Gesellschaft für Qualität e V. (DGQ), dem Mainzer Marktforschungsunternehmen Forum und dem Wirtschaftsmagazin 'impulse' und weiteren Partnern vorgelegt wurde. Danach bescheinigt fast die Hälfte der von Forum befragten rund 1.400 Bundesbürger dem Qualitätsbegriff "Made in Germany" einen in den letzten zehn Jahren gesunkenen Stellenwert. Noch eindeutiger negativ fällt die Beurteilung des Ansehens der deutschen Wirtschaft als Ganzes aus: 35 Prozent sagen, das Ansehen der deutschen Wirtschaft sei in den letzten zehn Jahren gesunken, für weitere 32 Prozent sogar deutlich.
Verbrauchervotum: Aldi erfolgreichstes deutsches Unternehmen
Deutschlands erfolgreichstes Unternehmen ist nach Meinung der Verbraucher die Discounter-Kette A!di. "Aldi profitiert in wirtschaftlich schwierigen Zeiten wie diesen insbesondere von seinem Ruf als besonders preisgünstiger Anbieter", interpretiert 'impulse'-Chefredakteur Thomas Voigt das Ergebnis. Mit 86 von maximal 100 erreichbaren Punkten verweist Aldi unter 30 ausgewählten deutschen Vorzeigefirmen BMW, Daimler und Volkswagen auf die Plätze zwei bis vier. Auf dem fünften Rang findet sich mit dem Media Markt ein weiterer Discounter. Weit abgeschlagen rangiert die Deutsche Bahn auf dem letzten Platz.
Friedhelm Denkeler, 11.04.2004, Quelle: Presseinformation
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