Fehleinschätzung der Manager verhindert oft den Unternehmenserfolg
Excellence Barometer 2002: Mit richtig qualifiziertem Management, konsequenter Personalentwicklung und mit Kundenorientierung statt Produktfixierung können Unternehmen in Deutschland die Rückkehr an die Spitze schaffen
Aus der Ende 2002 vorgestellten Benchmark-Studie 'Excellence Barometer' geht hervor, daß Schulung, Coaching und Feedback zu den wichtigsten unternehmerischen Erfolgskriterien gehören. Unternehmen in Deutschland können die Rückkehr auf globale Spitzenplätze schaffen, wenn sie ihr Management stärker betriebswirtschaftlich ausrichten, sich konsequent an den Kundenbedürfnissen orientieren und bei den Mitarbeitern intensiver in Weiterbildung investieren.
Die zentrale Folgerung aus der Studie ist, daß richtig qualifiziertes Management verstärkt gefragt ist. "Wir haben in Deutschland ohne Zweifel hoch qualifiziertes Führungspersonal. Dieses ist jedoch nicht immer richtig qualifiziert“, stellte Hans Olaf Henkel fest. Deutschland habe bisher auf exzellente Spezialisten als Manager zurückgegriffen, die Manager der Zukunft benötigen aber fundiertes betriebswirtschaftliches Know-how und ausgeprägte Sozialkompetenz. "Derzeit ist der betriebswirtschaftlich gebildete Allrounder mit dem Händchen für das Menschliche in den Unternehmensspitzen noch immer rar“, so Henkel weiter. "Dabei ist gerade in als krisenhaft empfundenen Zeiten kompetentes Management mit dem notwendigen Gespür für die Sorgen aller Beteiligten ein entscheidender Faktor für den Unternehmenserfolg.“
Auch in Bezug auf die Kundenorientierung gibt es noch Defizite. "Deutsche Unternehmen müssen endlich den notwendigen Paradigmenwechsel, weg von der Produktausrichtung und hin zu mehr Kundenorientierung, vollziehen“, so Henkel. Erfolgreiche Unternehmen würden sich - das zeigt die Studie - konsequent an den Bedürfnissen ihrer Kunden orientieren und nicht der 'Produktneurose' verfallen. Auch seien sie konsequenter beim Training von Mitarbeitern. Henkel weiter: "An der Qualität der Produkte, die von den Vorständen und Geschäftsführern als wichtigstes Kriterium für den Unternehmenserfolg gesehen wird, mangelt es in Deutschland nicht - sie wird derzeit nur noch überbewertet.“
Tatsache ist auch, daß sich noch zu viele Unternehmen, im Vergleich zum Wettbewerb, über alle befragten Indikatoren hinweg zu positiv einschätzen – in Bezug auf den Unternehmenserfolg ebenso wie die Kunden- oder die Mitarbeiterzufriedenheit. "Diese Fehleinschätzung der Unternehmer ist in erster Linie auf die mangelnde Auseinandersetzung mit den Parametern Markt, Kunde und Wettbewerb zurückzuführen"“, kommentierte Roman Becker. Dies sei die Konsequenz der Produktfixierung und berge die Gefahr, eigene Probleme zu verlagern.
Die falschen Prioritäten des Top-Managements wirken sich auch auf die Personalentwicklung aus: Weiterbildung und Förderung der Mitarbeiter werden oft unterschätzt. Bei erfolgreichen Unternehmen haben Mitarbeitertraining und Weiterbildung einen sehr hohen Stellenwert. "Gemeinsam mit der Weiterentwicklung der Führungskräfte liegt in dieser Form der Mitarbeiterorientierung ein bislang nicht vollständig gehobenes Erfolgspotential“, so Roman Becker.
Eine weitere Grundlage für den Unternehmenserfolg ist die Einführung und Umsetzung eines Qualitätsmanagementsystems. Die Studie zeigt, daß unter Druck eingeführte qualitätsfördernde Maßnahmen nicht konsequent umgesetzt werden und damit nur einen weiteren Kostenfaktor darstellen. Seine volle Wirkung entfaltet Total Quality Management (z.B. EFQM) nur dann, wenn es nicht durch Druck von außen, sondern auf freiwilliger Basis eingeführt und sinnvoll eingesetzt wird. Richtig genutzt, ist es eigentlich das ideale Managementmodell, weil es auf dem Denken in Prozessen, Menschen und Systemen basiert und damit genau an erfolgsrelevante Faktoren anknüpft.
Friedhelm Denkeler, 12.01.2003, Quelle: Pressemitteilung
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